Weihbischof Rolf Lohmann: „Die Zukunft der Gaesdonck ist sicher“

Weihbischof Rolf Lohmann: „Die Zukunft der Gaesdonck ist sicher“
Bistum Münster/Gaesdonck/Xanten (pbm/cb). Zur aktuellen Situation an der Gaesdonck äußert sich
Weihbischof Rolf Lohmann im Wortlaut-Interview.
Frage: Herr Weihbischof, nach der Sitzung des Diözesanrates und des Kirchensteuerrates sind Fragen
zur Zukunft der Gaesdonck aufgekommen. Müssen sich Eltern Sorgen machen, deren Kinder derzeit
das bischöfliche Internatsgymnasium besuchen oder die ihre Kinder zur Gaesdonck schicken möchten?
Lohmann: Das kann ich ganz klar mit einem „Nein“ beantworten. Die Zukunft der Gaesdonck ist sicher.
Das sage ich sowohl als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Gaesdonck, als auch als Weihbischof
für die Regionen Niederrhein und Recklinghausen. Die Bistumsleitung, und allen voran unser
Bischof Dr. Felix Genn, steht hinter der Gaesdonck, die sich mit ihrem exzellenten Bildungsangebot
weit über die Region hinaus einen Namen gemacht hat. Ich bin zuversichtlich, dass auch die Kinder
der heutigen Schülerinnen und Schüler noch den Unterricht an der Gaesdonck genießen können.
Frage: Dennoch soll gespart werden, heißt es?
Lohmann: Zunächst möchte ich mit einem Missverständnis aufräumen. Die im Raum stehenden
468.000 Euro, die das Bistum derzeit jährlich überweist, fließen nicht in den Betrieb des Internates.
Dafür gibt es bereits seit vielen Jahren keine Zuschüsse mehr. Die Betriebskosten des Internates werden
ausschließlich aus Stiftungsmitteln und den Beiträgen der Internatseltern erwirtschaftet. Es handelt
sich bei dem Geld des Bistums also um Investitionen in die Aufrechterhaltung der Bausubstanz
auf dem Campus, insbesondere auch der historischen Gebäude dort. Insofern hat dieses Geld keinen
direkten Einfluss auf den Internatsbetrieb und schon gar nicht auf die Qualität des Bildungsangebotes,
das wir den Schülerinnen und Schülern bieten. Richtig ist, dass das Bistum vor einem einschneidenden
Spar- und Strategieprozess steht, bei dem alle Ausgaben bistumsweit auf den Prüfstand gestellt
werden müssen. Dabei muss natürlich auch geschaut werden, ob es bei den Zuweisungen des
Bistums für den Gaesdoncker Campus noch Einsparpotenziale gibt. Das wird mit Augenmaß geschehen
und nur in einem dialogischen Verfahren mit den Verantwortlichen, so dass gemeinsam vertretbare
Einsparungspotenziale gefunden werden. Bischof Genn hat jedenfalls direkt klar geäußert, dass
er sich den oben genannten Vorschlag zur Einsparung an der Gaesdonck in dieser Höhe nicht vorstellen
kann.
Frage: Ein klares Bekenntnis zur Gaesdonck also?
Lohmann: Wir wollen als Kirche weiterhin in der deutschen Bildungslandschaft eine gestaltende Kraft
sein. Die Gaesdonck ist eine der wenigen katholischen Exzellenz-Einrichtungen mit überregionaler
Bedeutung. Ein Blick auf die jüngsten Zahlen belegt das steigende Interesse an diesem besonderen
Bildungsangebot: Gerade die Besuchsform des Internats erfreut sich seit Jahren einer deutlich steigenden
Nachfrage. Das ist nicht zuletzt das Ergebnis intensiver Bemühungen, die Gaesdonck als exzellente
Bildungseinrichtung bekannt zu machen. Dabei ist es sehr positiv für uns alle, dass auch internationale
Schülerinnen und Schüler das Schul- und Internatsleben bereichern. Rund 20 Prozent
stammen aus asiatischen Ländern, sie gehören fest in die Gemeinschaft der Gaesdonck, die von Toleranz
und Weltoffenheit geprägt ist. Das ist mir sehr wichtig, damit nicht der Eindruck entsteht, dass
die Herkunft der jungen Menschen irgendeine Rolle spielt. Der Eindruck ist bei manchen aufgrund
missverständlicher Aussagen bei der Sitzung am Freitag in Münster entstanden. Das bedaure ich
sehr. Also: Ja, das ist ein klares Bekenntnis zur Gaesdonck. Wir sind glücklich, einen solchen Campus
auf dem Gebiet unseres Bistums zu haben.
Bildunterschrift:
Weihbischof Rolf Lohmann. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Achim Pohl)

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