Liebe Schwestern und Brüder in meiner Bistumsregion Niederrhein-Recklinghausen,

Xanten, 20.3.2020
Liebe Schwestern und Brüder in meiner Bistumsregion Niederrhein-Recklinghausen,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Heute wende ich mich mit einem Wort an Sie und Euch alle, die wir uns in einer schwierigen, nie da gewesenen Situation befinden, die uns nach wie vor „unwirklich“ erscheint und uns doch so nahe kommt.
Viele haben Sorgen, dass sie sich mit dem Corona-Virus infizieren, andere werden bereits behandelt, manche sind bereits daran verstorben. Eine Situation, die uns vor gewaltige menschliche, wirtschaftliche, gesundheitliche und pastorale Herausforderungen stellt.
Ich bin so dankbar den Vielen, die jetzt da sind in der Pflege und medizinischen Betreuung, in den Geschäften der Grundversorgung und der Gesundheitsvorsorge. Es ist erstaunlich, wie viel Ideenreichtum diese ernste Lage mit sich bringt. Jugendgruppen organisieren Nachbarschaftshilfe, Menschen kaufen füreinander ein, die sozialen Medien schaffen Kontakte, die auf natürliche Weise im Augenblick nicht möglich sind, Hotlines werden ehren- und hauptamtlich eingerichtet, wo man bei Fragen und Sorgen Hilfe erfährt und vieles andere mehr.
Auch unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger sind in dieser Lage ansprechbar, sie suchen nach Wegen, die Botschaft des Evangeliums zu den Menschen zu bringen auf andere, kreative Weise. Regelmäßig feiern wir Geistlichen die hl. Messe und nehmen die Gebete und Anliegen aller auf. Wir wissen uns dabei allen verbunden und bilden eine geistliche Gemeinschaft, die trotz aller Distanz Nähe schaffen kann, Nähe zu Gott und Nähe zu unseren Mitmenschen.
Wir erleben in einer „solchen“ Zeit, wie wichtig es ist, jetzt gerade im Gebet zusammenzustehen. Natürlich ist es traurig, dass wir uns nicht so natürlich treffen und begegnen können, wie wir das gewohnt sind. Und dennoch wissen wir von Gott her, dass wir nicht alleine sind, sondern geborgen sein dürfen unter dem Zeichen des Kreuzes. Ich lade alle ein, zu Hause mit in das Gebet einzustimmen oder die Gottesdienste über Livestream, über das Internet, über das Fernsehen oder Radio mit zu verfolgen und geistig/geistlich zu kommunizieren.
Wichtig ist, dass wir die staatlichen und kirchlichen Anweisungen ernst nehmen und sie befolgen, damit sich die Krankheit nicht in diesem Tempo ausbreiten kann. Tun wir alles dafür, was in unserer Macht steht.
Ich versichere Ihnen und Euch, für alle zu beten. Dank und Anerkennung spreche ich allen aus, die trotz der „Gefahren“ für die Kranken da sind und ihnen medizinisch und seelsorglich zur Seite stehen. Vielen Dank auch für den Ideenreichtum vieler Menschen in unseren Gemeinden, Dörfern und Städten und für alle Versuche, mit der Situation angemessen umzugehen und Leben bei allen Einschränkungen weiter zu ermöglichen.
Gerade jetzt zeigt sich, was es heißt zusammenzustehen, solidarisch zu sein. Hierin
sollten wir nicht nachlassen, sondern unseren Ideenreichtum sprechen lassen.
Wenden wir uns dem zu, der von sich sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt
und Lasten zu tragen habt, ich werde euch Ruhe verschaffen!“
Er ist jetzt an unserer Seite, er ist der Heiland, der Retter, der, der uns Trost
zuspricht und versteht, an den wir uns jederzeit wenden können. Er sieht in all‘ dem
Elend auch das viele Gute, das gerade jetzt geschieht.
Gott segne und schütze uns alle! Maria, die Trösterin der Betrübten, sei uns
Fürsprecherin und Helferin.
Im Gebet verbunden bin ich an Ihrer und Eurer Seite und grüße alle von Herzen!

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