In Kevelaer brennen noch immer die Kerzen

Pressedienst Bistum Münster 26.03.20
In Kevelaer brennen noch immer die Kerzen
Seelsorger zünden Kerzen für Gläubige an, die sich per Mail oder Post melden
Kevelaer (pbm/cb). Der Kapellenplatz liegt im Sonnenschein, Vögel zwitschern, ansonsten ist
es ruhig. Vereinzelt läuft ein Mensch an der Gnadenkapelle vorbei, hält kurz inne und betrachtet
im stillen Gebet das Bild der Gottesmutter. Sind doch mal zwei Gläubige zur gleichen
Zeit an der Kapelle, halten sie Abstand – auch dann, wenn sie eine Kerze an der Kerzenkapelle
entzünden. Obschon insgesamt weniger Menschen zum Kapellenplatz kommen, flackern
recht viele der kleinen Flammen im Wind.
Dr. Bastian Rütten, theologischer Referent der Wallfahrt, kann aus seinem Büro den Platz
beobachten. „Einige Menschen zünden nicht nur eine, sondern direkt fünf oder sechs Kerzen
an“, berichtet er. Aus Gesprächen – in sicherem Abstand geführt – weiß er, dass diejenigen,
die nach Kevelaer kommen, im Auftrag für Freunde und Nachbarn mehr Kerzen anzünden.
„Auch da herrscht eine große Solidarität“, betont Rütten.
Eine Solidarität, die das Seelsorgeteam um Wallfahrtsrektor Gregor Kauling, Kaplan Christoph
Schwerhoff und Rütten auf eine Idee gebracht hat. „Wegen der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen
haben viele Menschen derzeit nicht die Möglichkeit, selber nach
Kevelaer zu kommen“, erklärt Rütten, „sie haben aber dennoch das Bedürfnis, eine Kerze
anzuzünden. Das möchten wir ihnen mit einem neuen Angebot ermöglichen.“
Wer für ein bestimmtes Anliegen eine Kerze aufstellen möchte, kann ganz unkompliziert
eine Mail an kerze@wallfahrt-kevelaer.de oder einen Brief an das Priesterhaus in Kevelaer,
Kapellenplatz 35, schreiben. „Die Seelsorger werden für jeden Mailschreiber eine Kerze aufstellen
und in einem Gebet das Anliegen vor Gott bringen“, verspricht Rütten. Wallfahrtsrektor
Kauling ergänzt: „Wir hoffen, dass wir durch dieses Zeichen auch eine Möglichkeit bieten,
in diesen Zeiten seine Anliegen und Sorgen hier in Kevelaer vor Gott und die Mutter Gottes
zu tragen.“
Normalerweise hört man jedes Mal eine Münze in die Spendenbox klimpern, wenn sich jemand
eine Kerze am Kapellenplatz nimmt. „Keiner, der uns darum bitter, eine Kerze aufzustellen,
muss etwas bezahlen“, betont Rütten nun. Wer dennoch etwas Gutes tun möchte,
wird um eine Spende an das Hilfswerk Misereor gebeten, das mehr als 100.000 Projekte in
Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien betreut. Üblicherweise wird die Kollekte in der
Fastenzeit insbesondere an Misereor gespendet – da keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert
werden dürfen, entfallen diese Spenden allerdings derzeit.
Bildunterschrift
Wallfahrtsrektor Gregor Kauling (links) und Bastian Rütten zünden Kerzen für Gläubige an,
die selber nicht nach Kevelaer kommen können. (Foto: Wallfahrt Kevelaer)

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