Es war ein langer und intensiver Prozess der Diskussion und Abwägung, der am Abend des 21. September zu Ende gegangen ist. Die Mitglieder des Pfarreirates und des Kirchenvorstands von St. Franziskus in Homberg mussten darüber beraten, welche Kirche neues Zentrum ihrer Pfarrei wird – und welche beiden Kirchen auf der anderen Seiten nicht mehr weiter geöffnet bleiben sollen. Schon im Vorfeld waren in einem festgelegten Katalog Kriterien für und gegen die einzelnen Standorte gesammelt worden. Am Ende stand die Entscheidung für die St.-Johannes-Kirche an der Marienstraße, die in direkter Nachbarschaft zum Klinikum und dem Malteserstift liegt. Sie wurde in den Jahren 1872 und 1873 erbaut und geweiht, der weithin sichtbare Turm wurde 1903 vollendet. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde das Gotteshaus wieder aufgebaut und zuletzt 2021/2022 modern renoviert. Pfarrer Niklas Belting fasst die Entscheidung so zusammen: „Mit dem Entschluss des Kirchenvorstands gibt es eine Entscheidung, die getroffen ist. Darauf haben viele in unserer Pfarrei seit Jahren hingearbeitet, und gerade die Mitglieder in den Gremien haben dafür viel Zeit und Arbeit auf sich genommen. Zugleich ist uns sehr wohl bewusst, wie schmerzhaft diese Entscheidung ist, denn wir werden Liebfrauen und St. Peter aufgeben.“ Die beiden Kirchen werden allerdings nicht sofort geschlossen, wie er betont. An die nun getroffene Entscheidung werde sich, wie Klaus Eimer vom Pfarreirat erklärt, „ein Prozess anschließen, in dem die Verabschiedung vorbereitet wird und eine sinnvolle, pastorale und nachhaltige Nachnutzung zu bedenken und leitend sein werden“. „Uns war es wichtig, eigenverantwortlich und demokratisch vor Ort zu entscheiden“, erklärt Kirchenvorstandsmitglied Norbert Gatz. Dabei habe auch eine Rolle gespielt, die Entscheidung nicht auf einen im November neu zu wählenden Kirchenvorstand abzuwälzen. „Die Entscheidung, zwei Kirchen zu schließen, haben wir schon vor mehr als einem Jahr ohne Druck von außen getroffen“, betont er. Belting ergänzt, dass es eine komplexe Entscheidung gewesen sei, über die „abgewogen, geredet und gestritten“ wurde. „Wir alle“, betont Belting, „haben gerade die Schwere und Trageweite dieser Entscheidung gespürt, keiner und keinem von uns ist das in irgendeiner Weise leichtgefallen.“ Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Pfarrei und mit Blick auf immer weiter sinkende Mitgliederzahlen – derzeit gehören rund 6850 Männer und Frauen der Pfarrei St. Franziskus an (Stand 2024) – habe man sich aber zu diesem Schritt entscheiden müssen. „Wir möchten den Menschen hier vor Ort weiterhin Seelsorge anbieten können. Das ist aber nur möglich, wenn wir weniger Geld in Gebäude investieren. Wie bleiben, zum Beispiel durch unsere Kitas, präsent“, sagt Belting. Die Gemeindemitglieder sind nun zu einer Pfarrversammlung eingeladen, um über die Entscheidung und die sich daraus ergebenden Konsequenzen ins Gespräch zu kommen. Die Versammlung beginnt am Sonntag, 28. September, um 10 Uhr, Treffpunkt ist das evangelische Haus der Gemeinde an der Wilhelmstrasse. Anschließend wird dort ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert.
Fotos: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer
22.09.25 Pressedienst Bistum Münster