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Im Kreis Wesel leben rund 195.000 Katholiken

Bistum Münster veröffentlicht Statistik für das Jahr 2021

Im Kreis Wesel und dem Teil von Duisburg, der zum Bistum Münster gehört, lebten im vergangenen Jahr 195.266 Katholikinnen und Katholiken, 4.028 weniger als im Jahr 2020. Das geht aus der Statistik des Bistums Münster für das Jahr 2021 hervor, die die Bischöfliche Pressestelle am 27. Juni veröffentlicht hat.
2.325 Menschen haben 2021 ihren Austritt aus der Kirche erklärt, 948 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Taufen ist um 284 auf 1.120 gestiegen, die der Erstkommunionen um 223 auf 1.174 im vergangenen Jahr. Das Sakrament der Firmung wurde 763 Mal gespendet, 327 Mal mehr als 2020. 148 Paare gaben sich in einer katholischen Kirche das „Ja-Wort“, eine Steigerung von 53. Leicht gesunken ist die Zahl der Bestattungen, um 28 auf 2.074.
Angesichts der Entwicklung sagt Kreisdechant Stefan Sühling: „Die erschreckend hohen Austrittszahlen waren zu erwarten und sind auf die derzeitige Situation innerhalb der Kirche zurückzuführen. Gleichzeitig verstehe ich sie auch als Mahnung, beim Synodalen Weg und auch bei den diözesanen Reformvorhaben, die der Bischof angekündigt hat, nicht nachzulassen. Wenn Menschen aus der Kirche austreten, bedeutet das ja in den meisten Fällen, dass sie ihr keine Bedeutung in ihrem Leben mehr zumessen – sie kommen gut ohne aus. Genau hier sehe ich mich selbst, unsere Pfarreien und die ganze Kirche angesprochen: Stellen wir uns so auf, machen wir Angebote, die im Leben der Menschen Relevanz haben – damit Gott im Leben der Menschen relevant bleibt.“
Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, erklärt zu den Zahlen: „Es ist schön, dass nach der Pandemie die Feier der Sakramente wieder lebendiger geworden ist. Gleichwohl wirkt die Pandemie gerade bei den Gottesdienstbesuchern noch nach. Und natürlich haben vor allem gravierende Fehler kirchlicher Verantwortungsträger im Umgang mit sexuellem Missbrauch zu den hohen Kirchenaustrittszahlen beigetragen. Von daher bedauere ich es sehr, habe aber auch Verständnis dafür, dass viele Menschen mit der Institution Kirche nichts mehr zu tun haben wollen. Von daher gilt für mich das, was ich vor kurzem bereits im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Studie der WWU Münster zum Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bistum Münster in einem Schreiben an die Haupt- und Ehrenamtlichen betont habe: Das, was viele engagierte Christinnen und Christen nur noch als übermächtige Institution, als erdrückende Struktur, als Amtskirche bezeichnen und wahrnehmen und erfahren, muss sich verändern. Viele von denen, die in der Kirche Verantwortung tragen, müssen ihre Haltung und ihr Verhalten ändern. Insgesamt müssen wir als kirchliche Verantwortungsträger – und da schließe ich mich selbst ausdrücklich ein – Kirche in dieser Haltung leben: zugewandt, veränderungsbereit, lebendig, vielfältig, offen, dialogorientiert, im Dienst an den Menschen stehend, Gewalt, Unrecht und sexuellen Missbrauch bekämpfend. So verkünden wir die frohe und befreiende Botschaft Jesu Christi glaubhafter und überzeugender – in Wort und Tat. Dafür werde ich mich einsetzen. Und ausdrücklich danken möchte ich allen, die bei der Kirche bleiben. Mir ist sehr bewusst: Die Verantwortungsträger in der katholischen Kirche – vielleicht auch ich persönlich – haben es vielen engagierten Christinnen und Christen teilweise über Jahre oft schwer gemacht. Das muss sich ändern. Zugleich bleibt es für mich beeindruckend, wie viele Menschen sich trotz allem und nach wie vor aus einem tiefen Glauben heraus in der katholischen Kirche im Bistum Münster engagieren. Diesen Menschen möchte ich von Herzen danken für ihren Einsatz, für ihre Glaubenszeugnisse und dafür, dass sie nicht wie viele andere sagen: Mir reicht’s. Ich gehe.“

Pressedienst Bistum Münster 27.06.22

Matomo