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    Denn er wird ewiglich bleiben

    Psalmen, 112, 6

Dienen ist nichts für Schwächlinge

Weihbischof em. Dieter Geerlings weihte zehn Männer zu Ständigen Diakonen, mit dabei Michael Erkelenz aus Duisburg und Andreas Mäteling aus Xanten

Zehn Männer aus dem Bistum Münster weihte Weihbischof em. Dieter Geerlings am „Welttag der Armen“ zu Ständigen Diakonen

Auf diesen Moment haben sich die zehn Männer lange vorbereitet. Am Sonntag, 13. November, war es soweit. Am „Welttag der Armen“ weihte Weihbischof em. Dieter Geerlings sie durch Handauflegung und Gebet zu Ständigen Diakonen in einem Fest des Glaubens.
Zu Beginn stellte Diakon Joachim König, Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat, dem Weihbischof die zehn Kandidaten vor: Jörg Bousart aus Kevelaer, Michael Erkelenz aus Duisburg, Stefan Kratochvil aus Lünen, Markus Lammers aus Laer, Andreas Mäteling aus Xanten, Herbert Nerkamp aus Langförden-Bühren, Van Sang Nguygen aus Stuhr-Moordeich, Roland Simon aus Rheine, Stephan Thiel aus Havixbeck und Daniel Werner aus Hiltrup-Amelsbüren.
Den Gottesdienst hatten die Weihekandidaten unter den Vers aus dem Korintherbrief „Wir sind nicht Herren über euren Glauben, sondern wir sind Mitarbeiter eurer Freude“ gestellt. „Ein großartiges Wort für diese Weihe“, betonte Geerlings in seiner Predigt, in der er auf die Spannung zwischen Realität und Ideal einging. „In solch einer Spannung leben wir als Christen, lebt jede Berufung und lebt auch der Diakon. Sie gehört bleibend zum Menschen“, sagte Geerlings. Es ginge darum, eine Balance zu finden. Auch die Kirche müsse lernen, jederzeit neu zu ihrem Ideal, dem Evangelium, zu stehen. Zugleich aber müsse sie mit der Realität umgehen, dass die Menschen nicht ideal seien. „Es geht um den diakonalen Dienst christlicher Hoffnung. Sie werden mit Menschen den kleinsten Baustein einer solchen Hoffnung suchen und ihnen helfen, diesen in ihre Lebenshäuser einzufügen, damit sie trotz und mit allen Ängsten leben können“, richtete er das Wort an die Weihekandidaten. Dienen sei nichts für Schwächlinge, sondern es sei nüchtern und völlig unromantisch, sich den Bedürfnissen anderer zuzuwenden. Dabei ginge es auch um die Armut mit ihren vielen Facetten. „Es geht um die Menschenwürde, um den Menschen als Ganzes. Armut bedeutet Ausgrenzung. Arme dürfen nicht auf ein politisches oder soziales Problem reduziert werden. Sie sind Menschen“, betonte Geerlings und wünschte den Diakonen eine Schwäche für die Schwachen, damit dies überall dort, wo sie seien, gespürt werde. Das Kreuz als Ursprung und Quelle des Glaubens gebe Mut, sich so anzunehmen, wie man sich selbst erfahre. Verkündigung sei ein gemeinsamer synodaler Weg in den Spuren Jesu. Die Freude ermögliche es, auch in unerfreulichen Situationen die Balance zu finden. Diese Freude sei das Antlitz Christi, das in jedem Menschen aufscheine. Die Spannung zwischen Tradition und Moderne in dieser Freude erfordere eine Feinabstimmung. „Wenn es nicht mehr gelingt, eine Glaubensaussage als frohe Botschaft zu verkünden, muss diese Lehre der Kirche neu justiert werden. Nicht um sich einem Zeitgeist anzugleichen, sondern weil es an der Zeit ist, eine Aussage des Glaubens weiterzudenken, die sonst den Blick auf die innerste Mitte des Evangeliums - auf den gekreuzigten und auferstandenen Herrn - verstellen würde, und die nicht wenigen Menschen den eigenen Zugang zum Glauben verbauen würde. Diese Feinabstimmung lebt in meinem Herzen besonders an diesem Tag so: Dass auch Frauen die Diakonatsweihe einmal empfangen können als Mitarbeiterinnen unserer und ihrer Freude“, schloss er seine Predigt, die von den Menschen im Dom mit spontanem Applaus gewürdigt wurde. 
Vor der Weihe stellten sich die Ehefrauen hinter ihre Männer und bekräftigten damit ihre Unterstützung. Während der Heiligenlitanei legten sich die Kandidaten als Zeichen der Hingabe ausgestreckt auf den Boden. Im Anschluss weihte Geerlings jeden Einzelnen durch Handauflegung und Gebet. Von ihren Heimatpfarrern erhielten sie die Stola und das Obergewand als Zeichen für ihren liturgischen Dienst, den sie erstmals in der folgenden Eucharistiefeier ausübten. 
An der Feier nahmen auch Familienangehörige, Freunde, Wegbegleiter und Abordnungen aus den Heimatgemeinden der Kandidaten teil. Dort werden die Neudiakone künftig eingesetzt werden, indem sie sich in der Krankenseelsorge engagieren, Taufen, Trauungen und Beerdigungen übernehmen und die Priester in Gottesdiensten unterstützen. Musikalisch gestalteten die Schola der Klarissen, der Projektchor Hauenhorst unter der Leitung von Brigitte Lesting aus Rheine, Dorothea Raspe als Kantorin und Domorganist Thomas Schmitz den feierlichen Gottesdienst.

Text: Pressestelle Bistum Münster
Fotos: Achim Pohl

 

Matomo